Entwicklung der Gesellschaft

Zwei bedeutende neue Akzente erhielt die Arbeit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Göttingen ab 1983: Wir sahen eine Aufgabe in der Förderung junger polnischer Studenten, in ihrem 4. Studienjahr, in der Vorbereitungsphase ihres Magisterexamens das Leben in Deutschland und das Arbeiten an der hiesigen Universität, aus eigener Anschauung kennenzulernen. Seither sind über 30 junge GermanistInnen mit einem Stipendium gefördert worden und haben jeweils in einem Sommersemester die Lehrveranstaltungen, Seminare, Bibliotheken, die Mensa, den Kontakt mit den deutschen und anderen ausländischen KommilitonInnen wahrgenommen. Zur Zeit entsteht in Thorn eine Magisterarbeit über die Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen e.V., die darüber detailliert Auskunft geben wird und gedruckt werden soll. Der zweite hervorzuhebende Akzent von 1983 ist der Beginn unserer Reihe von Studien- und Informationsreisen nach Nord-, Ost- und Süd- und Westpolen. Die Mitbürger sollten Gelegenheit bekommen, das Land jenseits von Oder und Neiße und seine Menschen selbst und nicht nur über Berichte kennenzulernen. Über 1000 Menschen haben bisher das Angebot genutzt, auch ihre „alte Heimat” wiederzusehen, die sie 1945 verlassen mußten, und mit den dortigen Bewohnern Kontakte aufzunehmen oder zu vertiefen. Daraus sind mehrere freundschaftliche Verbindungen entstanden.


Bildtitel: Rathaus in Toruń, Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Torun-Rynek-ratusz-2.jpg&filetimestamp=20050211191711, Urheber: Pko


Thorn ist dabei nicht vergessen worden. 5 Bürgerreisen führten direkt in unsere schöne Partnerstadt an der Weichsel. Auch dorthin bestehen seither viele persönliche Beziehungen und gepflegte Freundschaften.


Zu Thorn und den Vertretern der Stadt, der Universität, der Kirchen, Schulen und des Theaters unterhält die Gesellschaft vielfältige Kontakte. Für mehrere Göttinger Gruppen und Verbände konnte sie immer wieder vermittelnd tätig sein. So auch bei der Begegnung der evangelischen und katholischen Christen und ihrer Repräsentanten in Göttingen und Thorn.


Direkte Partner der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Göttingen sind die kürzlich wiederbegründete „Polnisch-Deutsche Gesellschaft” in Thorn und seit vielen Jahren die Thorner Kulturvereinigung TTK. Mit dieser zusammen ist 1991 anläßlich seines 50. Todestages eine zweisprachige Gedenktafel für den Göttinger Nobelpreisträger Prof. Dr. Walther Nernst (1864-1941) an seinem Geburtshaus in Briesen/Wabrzezno angebracht worden. Zu Ehren des Thorner Philosophen Roman Ingarden, der von 1912-1916, zur gleichen Zeit wie Edith Stein, in Göttingen studierte, initiierte die Gesellschaft die Gedenktafel an seinem Wohnhaus Herzberger Landstraße 17.


Seit 1984 besteht die Chance, im Sommer in den Sprachkursen der Krakauer Universität die polnische Sprache zu erlernen. Bislang konnten von Göttingen aus über 400 Teilnehmer vermittelt werden. 2004 findet der 17. Kurs statt.


Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen hat stets auch Verbindung zu gleichgesinnten Gesellschaften gesucht. Sie schloß sich nach ihrer Gründung alsbald der kommunikativen Arbeitsgemeinschaft der norddeutschen Deutsch-Polnischen Gesellschaften in Bad Segeberg an. 1987 wurde sie Mitgründerin der daraus entwickelten Gesellschaft, die das heute im 17. Jahrgang und inzwischen zweisprachig erscheinende deutsch-polnische Magazin DIALOG herausgibt, und war lange im Vorstand der daraus hervorgegangenen „Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V.” (eMail), Berlin, vertreten, der heute über 50 Gesellschaften angehören.


Am 23.4.1992 hat unsere Gesellschaft mit den damals in unserem Bundesland tätigen Gesellschaften den eingetragenen Verein „Deutsch-Polnische Gesellschaften in Niedersachsen” gegründet, wo sie bis vor kurzem im Vorstand vertreten war. Seit Mitte 2003 ist die Gesellschaft korporatives Gründungsmitglied des „Göttinger Partnerschaftsvereins, Verein zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Göttingen e.V.”.


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